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Buchtipp: „Drive – The Surprising Truth About What Motivates Us“ by Daniel H. Pink“

Ich bin über den TED-Talk „The Gamification Journey“ von Scott Nicholson auf dieses Buch gestoßen. Nicholson zitiert es um darauf hinzuweisen, dass Belohnungen zur Motivation von Menschen langfristig nicht taugen. Im Gegenteil: wir zerstören jede intrinsische Motivation für das gewünschte Verhalten!

Der Gedanke ist irre: schließlich ist überall von „Anreizen“ die Rede. Der feste Glaube an diese Form der Motivation begegnet mir beispielsweise im Wissenschaftssystem bei Diskussionen darüber, wie man die Qualität und Reproduzierbarkeit der Forschung verbessern kann, oder in Mitarbeitergesprächen in Form von Gehaltserhöhungen – und auch ich selbst habe mich schon selbst „belohnt“, z.B. für’s Joggen.

„Drive“ von Daniel Pink räumt mit diesem Glauben auf: Carrots and Sticks (Zuckerbrot und Peitsche) sind für langweilige Routineaufgaben zu gebrauchen, die auf einfachen Regeln beruhen. Sobald Kreativität und komplexe Problemlösung gefragt sind, wirken Belohnung und Strafe hochgradig demotivierend.

Menschen haben Spaß an komplexen Problemen, solange sie sich nicht vollkommen überfordert fühlen (vgl auch „Flow“ von Mihaly Csikzszentmihalyi). Alles, was wir zur motivierten Arbeit brauchen sind „Autonomie“, „Gelegenheit zu Lernen“ und einen „Sinn“.

Autonomie bedeutet, eigene Entscheidungen zu treffen und Dinge selbst ausprobieren zu können. Es geht nicht darum, dass alles erlaubt ist, sondern dass ich im Rahmen meiner Aufgabe einen eigenen Entscheidungsspielraum habe. Damit bin ich in der Lage, auf ungewöhnliche Situationen auch mal ungewöhnlich zu reagieren.

Das gibt mir auch Gelegenheit zu Lernen (Pink nennt es „Mastery“). Sie ist wichtig, damit wir einen Fortschritt wahrnehmen können. Es ist ungemein motivierend zu spüren, dass ich in meinen Kompetenzen immer besser werde und schließlich als Experte wahrgenommen werde – und trotzdem immer weiter lernen kann. Wie spannend ist das denn!?

Schließlich müssen wir auch einen Sinn in der Aufgabe sehen, die wir bewältigen sollen. Dazu reicht es manchmal schon, das Ganze in den größeren Kontext zu setzten. Im Industriezeitalter gab man Fließbandarbeitern nur die Informationen, die sie zu ihrer unmittelbaren Aufgabe benötigten. Wer heute so vorgeht, zerstört nicht nur Motivation, er erhöht auch die Wahrscheinlichkeit für dämliche Fehler, die schlicht aus Unwissenheit über das große Ganze passieren.

Wer Lust hat, sie weiter mit dem Thema zu befassen, dem*der lege ich auch den hervorragenden Vortrag von Vera Birkenbihl über „Komplexität“ ans Herz.

Drive – The Surprising Truth About What Motivates Us

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[Dt. „Drive – Was Sie wirklich motiviert“]

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Daniel H. Pink

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